Ein Tag ganz nah dran PDF Drucken E-Mail
Der 28.04.2012 sollte ein ganz besonderer Tag für mich werden. Der Anholter Bärenwald bietet nun Interessierten einen Tag ganz nah dran an. Für eine Spende von 50,-€ hat man die Gelegenheit einen ganzen Tag lang Bärenpfleger zu sein. Am Samstag war es dann für mich so weit. Und wie sich zeigte, sollte das nicht nur für mich ein ganz besonderer Tag werden sondern auch für Bene (mein Patenbär).
Zunächst hieß es für mich um 5.30 raus aus den Federn und ab von Castrop-Rauxel nach Isselburg. Pünktlich um 8.00 wurde ich an der Futterküche begrüßt und es ging gleich los. Es hieß das Frühstück (Streufutter und Futter für die Nachmittagsfütterung) für 6 Kragenbären und 3 Braunbären zuzubereiten. 3 Braunbären? Richtig, Bene musste leider fasten weil für ihn ein Termin beim Zahnarzt anstand. Währenddessen erzählte Sandra Kuehn mir schon viel wissenswertes über die Ernährung von Bären, deren Vorlieben, wann und warum Fastentage sind etc.
Nachdem Kilo-weise Gemüse, Obst und Fleisch im Auto verstaut waren ging es in den Wald. Bei der Fahrt vorbei an den Gehegen wurde der erste Blick auf die Bären geworfen (ob alle fit sind) und auch der Zaun inspiziert. Nächster Stopp war das Häuschen am Braunbärengehege. Dort erklärte Sandra mir die Technik das Elektrozauns, was zu beachten ist, wie viel Strom fließen muss, was passiert falls eine Störung auftritt usw.
Für einen Kragenbären mit Hautproblemen wurde noch ein extra Brei mit Tabletten zubereitet und dann war Frühstückszeit für die Bären.
Die Kragenbären wurden in das Vorgehege geholt und bekamen dort Hühnchen, während Sandra und ich die Hinterlassenschaften einsammelten (was aus einem Bären hinten raus kommt wiegt so einiges...) und das Futter auf der Anlage verteilten. Die hatten Abwechslung; anstatt wie sonst zu warten, beobachteten sie mich genau. Aber kein Wunder, schließlich lief ich in ihrem Wohnzimmer herum.
Nachdem die Kragenbären wieder auf der Anlage waren und es sich schmecken ließen, passierte das Gleiche bei den Braunbären. Mit einer Ausnahme. Bene bekam nichts und durfte auch nicht wieder in den Wald zurück.
Nach einem kurzen Frühstück für uns trafen wir auf Sandras Kollegen Norbert und kurz darauf kamen der Tierarzt und der Zahnarzt an ebenso wie Frau Vos-Kramer nebst Vertretern von TV und Zeitung.
Dann wurde es ernst, Bene wurde schlafen geschickt. Durch seine schlechte Haltung vorher, musste dringend erneut an seinen Zähnen etwas gemacht werden. Und als ob das allein nicht schlimm genug war, bekam er von Bensi kurz vorher noch etwas auf die Nase. Das konnte dann auch gleich noch mit verarztet werden.
Sandra und ich haben uns auch darin versucht die richtige Konsistenz für Gips zu finden damit sie einen Pfotenabdruck nehmen konnte. Denn wann bekommt man sonst bei einem Bären schon die Gelegenheit dafür?
Benes Behandlung ging über 3 Stunden, viel länger als geplant, aber wie sich während des Eingriffs heraus stellte, musste ein Zahn gezogen werden. Und so ein Bärenreißzahn ist richtig lang!
Während der Zeit durften die anderen Bären auch nicht vernachlässigt werden. Sandra und ich verteilten Honig auf dem Kletterbaum der Kragenbären und die Fütterung stand an. Sandra beantworte viele Fragen der Besucher und ich erfreute mich an den, denen es sichtlich schmeckte.
Bene hatte gegen15.30 alles überstanden. Also ging es ans aufräumen. Als das erledigt war sind wir noch in den Ort zu 2 Supermärkten gefahren um Futterspenden abzuholen. Die wurden anschließend in der Futterküche verstaut und es ging nochmal in den Wald nach Bene sehen. Der schlummerte noch tief und fest.
Dann durfte ich mich von den Bären verabschieden. Ich hatte extra ein paar Leckerlis besorgt die ich nun verfüttern durfte. Eine Belohnung für mich und für die Bären die mich geduldig ertragen haben.
So ging ein spannender Tag zu Ende.
Ich danke Sandra für all das Wissen das sie mit mir geteilt hat, geduldig meine Fragen beantwortete und deren geregelten Ablauf ich durcheinander gebracht habe.
Ich danke Norbert dafür das er mich so nett aufgenommen hat.
Und ich danke Frau Vos-Kramer dafür das sie das alles möglich gemacht hat.

Ich kann jedem Bärenfan (der körperlich Fit ist und keine Angst hat sich dreckig zu machen) nur empfehlen diese wunderbare Gelegenheit wahr zu nehmen und so einen Tag selber zu erleben.
Man bekommt eine ganz andere Sicht auf die Dinge und auf die Arbeit die dahinter steckt.
Obwohl ich zugeben muss, eine so besonderen Tag wie ich ihn hatte, wird es wohl keinen zweiten geben.
 
 
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